Kapitel 2 Der Glauben
Kapitel
2
Der
Glauben
„So
malte ich für dich das, was die Unendlichkeit birgt. Schon parierte
sie das, als ich ging. Von alledem war es nur Grog mit Rum. Die Spreu
wurde getrennt. Kein Mirakel mehr zu sichten. Für lange Zeit gingst
du und brachtest nichts, verlangte ich auch nichts. Eine Verleitung
zum sterben, wäre nicht da die Rezitation deines Gottes. Fühle es
und lebe, diese Tage ohne Leben.“
Merkwürdige
Gedanken hatte ich in dieser Nacht. Mit meiner eigenen Hand wachte
ich an diesem Morgen auf. Warf die Bettdecke von mir, überwand den
Schmerz, das Grausame am Aufstehen. Dieser Morgen war anders als
viele, die ich vorher erlebt hatte. Es bedrückten mich so viele
Dinge, über die ich ewig nachdenken hätte können. Alles um mich
herum schien in diesem Moment ohne Bedeutung. Ich wusste es lagen so
viele Dinge vor mir, die ich fürchten musste. Die Rettung Elenas war
für mich schon eine Harte Bürde ..., aber wenn es so weiter gehen
sollte ... Es gab nur eine Antwort für mich: „Weitermachen und
nicht die Niederlage hinnehmen“, wie mein alter Freund Ruben immer
sagte. Obwohl mein Lieblingsspruch von ihm war immer noch „Einmal
Reset erlaube ich dir ...“ Ach ja, der Ruben. Nachdem ich von
meiner Nostalgie befreit war stand ich auf und wollte in die Küche
gehen. Eigentlich hätte ich glücklich sein müssen. Es war Sonntag,
ein freier Tag, nichts zu tun. Ich nahm mein Mobiltelefon von meinem
Schreibtisch und steckte mir die Kopfhörer in die Ohren. Ich hörte
Musik – endlich, nach langer Zeit mal wieder. Es war ein schönes
Gefühl ... „Und so ist dies das Ende ...“, hörte ich in einem
Lied. „Nein, es ist nur der Anfang ... “, sagte ich leise zu mir
selbst. Ich stand von meinem Bett auf. Ich ertrank in diesem Moment.
Ich wusste, ich würde mich noch später daran erinnern. Einer dieser
Momente, der sich einfach in meinem Gehirn einprägen würde. Die
Beleuchtung meines Zimmers, meine Art zu denken, meine Gedanken, das
ganze Wahrnehmungsbild - Ich würde mich erinnern können. Eine gute
Sache hatte mein Schicksal: Es war unerwartet. Anders hätte ich es
nicht ertragen können, ich hasste es ..., wenn ich wüsste was vor
mir stünde, würde ich Angst bekommen vor der Angst und die Angst
würde mich ängstigen etwas zu tun. Ängste überwinden war schon
immer schwer für mich gewesen. Häufen sich aber die Gewissensbisse
auf, wäre es nicht möglich gewesen weiter zu gehen. Also ignorierte
ich sie – wie so oft. Ein unbeschwertes Leben … da gab es so
einige Phasen im Leben für mich. Meine Seele wusste aber, irgendwann
enden auch diese und man kann nicht den Fakt ändern, dass Zeit
existiert.
Mein
Bruder stand vor mir. Es pochte in meiner Brust, er hatte mich etwas
überrascht. Er schaute mich mit seinen kleinen Augen an. Eine Art
Gedankenleere herrschte in mir, ich wusste nicht, was ich zu ihm
sagen sollte. So erschien mir nur eine Standardphrase. „Hallo“,
sagte ich. Er ging einfach mit seinen Toast an mir vorbei. Es war
belegt mit Wurst und Käse. Das machte mich auch hungrig und ich
entschloss mich Toast mit Banane belegt zu essen. Nichts schmeckt
besser am Morgen als ein gutes Bananenbrot. „Oh wenn mein Bruder
bloß Theo heißen würde“, dachte ich mir.
Wo
würde ich sie finden … die nächste Aufgabe in meinem Leben? Wenn
sie mir zum Beispiel in das Gesicht springen würde, wie ein Affe mit
scharfen Klauen, die nach meinem Tod dürsteten, wäre es immer noch
besser als nichts. Es ist die Ungewissheit über Erfolg oder
Misserfolg, die mich manchmal in negative Gefühle gleiten lässt. An
diesem Punkt im Leben gab es immer zwei Entscheidungen für mich: Die
eine – warten, die andere – machen. Die Verlockung des
Aufschiebens der Aufgabe. Ohne zu wissen was genau ich suchte, machte
ich mich auf zu meinem Computer, um das Internet zu befragen. Ich
wollte mich mehr über die Geschehnisse in der Straße informieren,
wo Alexa gestorben ist, was mit dem Haus war, etwas über die
Göttergeschichten nachlesen. Auf dem Weg zu meinem Zimmer fühlte
ich einen Drang. Er lokalisierte sich irgendwo zwischen meinen
Backen. Es wollte mich warnen vor einen plötzlichen Austritt meiner
Exkremente. Ich musste es stillen, sonst könnte eine unangenehme
Phase folgen. In dem Raum der Befriedigung saß ich nun auf den Stuhl
der Entleerung. Man sagte, dort käme man auf die besten Ideen. Mir
persönlich sind noch nie gute Ideen auf Klo eingefallen, aber
diesmal passierte etwas anderes. Ich dachte zuerst einmal drüber
nach, ob die Botin mich vielleicht sehen könnte. Es wäre bestimmt
merkwürdig gewesen, wenn sie auftauchen würde in solch einer
Situation.
Ich
las mich durch viele verschiedene Artikel in einem bekannten
Internetlexikon. Ich konnte in meinem Bewusstsein viele der alten
Geschichten vom Gottesunterricht wieder hervorholen. Für mich war es
nur eine Anhäufung von Abhandlungen, die letztlich darauf hin
abzielten etwas Moral zu vermitteln, oder auch nur die
Blutrünstigkeit eines zornigen Gottes aufzeigten. „Leg dich nicht
mit den Göttern an“, war mein Gedanke dazu. Was war dieses viele
Wissen aber nun Wert? Was ist Wissen allgemein Wert? Kann ich mich
dadurch auf die weiteren Ereignisse besser einstellen? Ich wusste es
nicht. Mir ist nur aufgefallen, dass es scheinbar noch einige Kreise
von Gläubigern gibt. Ich hatte mir Gedanken darüber gemacht, viele
Gedanken, diese waren jedoch, doch eher abstrakter, fantastischer
Natur und schwer zu fassen. Als nächstes also hatte ich mich daran
gemacht über den Vorfall in Alexas Straße nachzuforschen. Es war
erstaunlich. Die News gingen nie auf Details ein, es waren immer nur
Berichte über eine Tote, und ein unerklärbares Feuer. Ein
Suchergebnis schickte mich in ein Forum einer Glaubensgemeinschaft
vom dritten Gott. Ich meldete mich an, um die Beiträge zu lesen.
„Exekution in der Grafenstraße“ war ein Diskussionspunkt für
ihr nächstes Treffen. Ich hatte stark überlegt, ob ich vielleicht
zu diesen Treffen gehen sollte, auch wenn ich nicht wusste, wie diese
abliefen. Auf der Seite fand man nicht viel bezüglich Treffen, nur
das man Mitglied sein müsste, aber wie man Mitglied wird oder werden
könnte stand nirgends. Ich gab den Gedanken wieder auf. Meine
Gedanken, sie waren schwer zu fassen in dieser Situation, ich wollte
mich nicht überlasten mit neuen Dingen. Vielleicht gibt es nicht
viele so wie ich, aber es ist mir nicht möglich viele neue Dinge auf
einmal im Leben zu bestreiten, zu fassen. Schritt für Schritt, mein
Leben änderte sich langsam, ändert sich ständig. Manchmal war es,
als ob diese Dinge mich aufhalten würden ein besseres Leben zu
führen.
Ich
stand von meinem Stuhl auf und begab mich zum Fenster. Der Blick auf
die selbe Straße wie immer, auch wenn ich besonders den Anblick im
Sommer genoss. Der Winter hatte zwar auch seinen Charme für mich,
aber die Wärme des Sommers in einem Sichtfeld zu haben ist wie zu
sagen „Ich liebe dich.“ Ich bemerkte ein Mädchen, sie war
vielleicht um die 18 herum. Sie schaute mich an. Ein Gedanke erschien
in meinem Kopf:„Willst du mir sagen, du versuchst mich zu
verstehen?“ Es war nicht meiner. Er kam von woanders, vielleicht
aus den Gedanken des Mädchens. Sie lief weiter. Ich entschied mich
spontan rauszugehen. „Vielleicht kann ich noch sehen, wo sie
hinläuft“, dachte ich mir dabei. Draußen angekommen sah ich sie
um die Ecke abbiegen. Ich ging ihr hinterher. Ein alter Mann tauchte
vor mir auf. Er sagte zu mir: „Geld, wir wollen es alle. In manchen
Ländern notwendig, wie nichts anderes, zum Überleben. In anderen
man braucht ein gewisses Maß. Gäbe es mehr Menschen die Glück an
sich teilen würden, wäre der Drang nach Geld bei manchen vielleicht
eher gestillt.“ Ich hatte ihn bis zum Ende angehört. Seinen Worten
nach wollte er kein Geld, oder doch? Er streckte so merkwürdig die
Hand aus. Ich wusste nicht so recht, lief weiter um die Ecke, sah das
Mädchen aber nicht mehr. Ich ging also wieder nach Hause. Auf dem
Weg sprach mich der Mann wieder an: „Danke, dass du mir überhaupt
zugehört hast.“ Wir lächelten uns an. Es schien mir auch schon
immer so, als ob Leute sich immer weniger zuhören würden, oder nur
Aufgrund der Tatsache, dass man sich nicht kennt, Leuten weniger
Beachtung „schenkt“. Von Tag zu Tag läuft man, wandelt man mit
anderen Personen durch das gleiche Leben, doch scheint man anders zu
leben als die anderen. Doch wenn sie gehen würden, wäre es nicht
das gleiche, nicht das andere, es wäre nichts.
Zwei
Stunden später ...
Ich
fand mich wieder in einer großen Halle, mit vielen Ständen. Die
Stände waren in Reihen hintereinander aufgestellt, man kam sich wie
in einem Heckenlabyrinth vor. Es war eine Art Ausstellung der
Gottesgläubiger. Es wurden viele Accessoires verkauft, wie
Halsketten, Armbänder und ähnliches Zeug. In meinen Augen waren
diese einzuordnen in diese typisch dunklen Szenen, wo Totenköpfe,
Hexenmotive und ähnliches gern genommen werden für den mystischen
Flair. Selbst konnte ich mich mit so etwas nie identifizieren, diese
Art der Mode war für mich eher abtörnend. Ich lief ein wenig durch
die Hallen und konnte noch viele andere Arten von
Bekleidungsgegenständen und Körperdekorationen entdecken. Ich
stellte mich an den Rand und schaute mir die Leute etwas an. Es waren
alles unbekannte Gesichter für mich. „Da merkt man mal wieder, wie
groß so eine Stadt eigentlich ist.“ Ich stand noch etwas, als mich
ganz plötzlich ein Mann ansprach. Es war der Mann, der Mann der mich
vor zwei Stunden auf der Straße angesprochen hatte. „So sieht man
sich wieder“, sagte er zu mir. Es entwickelte sich ein Gespräch:
Arata
macht eine Bewegung nach vorne.
Arata:
Hallo, was machen sie denn hier?
Mann:
Wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Sergej. In deinem Bezirk, bin
ich Vater für die Gläubiger der Götter.
Arata:
Vater ... Ich bin leider nicht in einer Gemeinschaft, deshalb wusste
ich das nicht.
Sergej:
Das macht doch nichts. Wir nehmen immer neue Leute auf, wenn sie die
nötige Begeisterung zeigen.
Sergej
fängt an ein kleines Lächeln auf sein Gesicht zu bringen.
Arata:
Wo kann ich denn Mitglied werden?
Sergej:
Komm einfach am morgigen Abend zu dem Haus Nummer 23 in der
Kaiserstraße. Dort findet eine kleine Sitzung, wie an jedem Montag,
statt.
Arata
tritt einen Schritt zurück.
Arata:
Danke für die Einladung. Ich werde bestimmt kommen.
Sergej:
Gut, fühle dich nicht verstoßen von Andersdenkenden. Bei uns
findest du Gleichdenkende.
Arata
nickt.
Sergej:
Ich muss jetzt auch weiter zur Rede, die gleich stattfinden wird. Bis
dann, mein Kind.
Sergej
geht in Richtung Bühne. Eine andere Person auf der Bühne fängt an
zu reden.
Unbekannte
Person: Die Zeit des Betens fängt wieder an, meine Brüder und
Schwestern.
Die
Person kniet sich auf dem Boden und schaut wie versteinert auf den
Boden.
Sergej:
Nun, meine Kinder, ihr werdet nun miterleben, wie die Götter diese
Welt beeinflussen können.
Sergej
hält für einen kurzen Moment inne.
Sergej:
Ich würde gern die Welt bluten sehen. Andere schlechter sehen, als
sie es sind. Bessert es mich doch trotzdem nicht, so will ich nicht
sein ..., sollen sie nicht sein. Jeder soll so sein wie er ist. Nicht
ändern wollen, nicht verändern wollen, nicht wollen, was andere
gerne hätten. Sein lassen und lassen sein. Der dritte Gott!
Mit
seinen letzten Worten erhebt er zugleich seine Hand. Die unbekannte
Person fällt zu Boden.
Sergej:
Es ist vollbracht. Das Opfer wurde den Göttern entrichtet. Nun
werden uns die Götter keine bösen Dinge mehr antun. Dinge, wie das
große Feuer vor zwei Tagen, werden uns nicht passieren. Nun meine
...
Noch
bevor die Rede vorbei war, wurden die Hallen von mehreren Leuten
gestürmt. Genau wie geplant, begab ich mich auf die Toilette, stieg
durch die zerbrochene Glasscheibe in der Kabine Nummer Zwei, raus in
die Freiheit und verschloss vorher hinter mir die Tür. Sie stand vor
mir, meine Verabredung. Es begann vor zwei Stunden ...
Ich
hatte eine neue Nachricht auf meinem Mobiltelefon erhalten.
„Verzichte auf deinen Stolz und sprich mich an“, lautete die
Nachricht. Der Sinn der Nachricht wurde mir nicht klar. Zum Anfang
dachte ich, es erlaubte sich jemand einen Scherz oder hat sich
vertippt. Wie aber schnell herauskam war es nicht so. Das Mädchen,
es erschien mir von der anderen Seite der Straße. „Ist sie jetzt
einmal im Kreis gelaufen, um mich von der anderen Seite zu
überraschen?“ Sie lief an mir vorbei. Da ich schon eine indirekte
Aufforderung per SMS bekam, wurde mir das nötige Selbstbewusstsein
quasi zurechtgelegt. „Hey, was geht ab?“, war mein übercooler
Anmachspruch des Jahres. Sie drehte sich um zu mir und kam mir näher
… und noch näher. Das Kribbeln sammelte sich in den unteren
Bereich meines Körpers an. Ich war nicht in die zweite Ebene
gewechselt. Eine Sache dabei vergaß ich jedoch wirklich, die Dinge
zu hinterfragen, ob sie vielleicht Suspekt erschienen. Die Aura
dieses Mädchen war unglaublich, vielleicht lag es an ihren schönen
runden Brüsten die sich gefühlte 20cm vor meinen Augen befanden.
Sie hatten genau die richtige Größe, nach meinem Geschmack, nicht
zu groß, nicht zu klein. Es war ein auf und ab für mich. Ich
schaute mir ihr Gesicht genau an, ihre kleinen Falten um den Augen
herum, ihr etwas nach vorne gehender Oberkiefer, ihre hellblonden
Haare, ihre blau-kristallreinen Augen. Nachdem man für zwei Jahre
keine Freundin mehr hatte, fand man so einige unbekannte Mädchen
unglaublich attraktiv. „Tue Buße deiner Sünden oder bereue sie
für immer.“ Das ließ sie in ein ganz anderes Licht erscheinen.
War sie vielleicht eine durchgedrehte, verrückte, Gottesgläubigerin?
Leute sagten mir immer, ich sollte vorsichtig sein was ich tat,
besonders mit wem und vor allem sollte ich keine Herzen brechen. „Die
Himmel und die Erden lachen über uns.“ Noch eine verwirrende
Aussage. Ich wollte nun endlich auch etwas gesagt haben: „Wer bist
du?“ Sie erzählte mir wer sie ist und woher sie mich kannte.
Unglaublich, dass ich sie damals nicht erkannt hatte.
"In
dieser dunklen Nacht, ohne viel Sicht, sehen wir uns wieder, beten
wir doch nicht füreinander“, sagte sie zu mir. Eine Drehung zeigte
mir an ich sollte ihr folgen und so tat ich es. „Wer sind diese
Leute genau? Woher habt ihr Leute die „einfach mal so“ eine
Veranstaltung stürmen?“, fragte ich sie. Wir liefen durch ein
Gebüsch. Eine Stille herrschte auf dem Weg dorthin. Wir kamen an
einer Kreuzung an, in einem Park befanden wir uns. „So kreuzet sich
unser Weg, schmächtig möge sich vermitteln, was mächtig möge
schmachten. Im Herzen unser. Im Glauben unser. Erfülle es den
Hunger! Öffne sie! Öffne sie! Schließe sie! Öffne sie! Die Tür
zu meinem Herzen gefüllt von Hunger!“ Ich ging über in die zweite
Ebene.
So
befand man sich wieder in anderen Gefilden. Es war, als ob man sich
physisch verschoben hätte, auf eine andere Welt transportiert. Man
fühlte die Schwerkraft anders, den Körper anders. Es war, als ob
man einen zweiten Körper hatte, während man in der eigentlichen
Welt keine Bewegung ausführte und nur starr dort war. Ich hatte zwar
noch nicht herausgefunden, wie das Zeitverhältnis zwischen den
Ebenen war, es schien mir aber nicht eins zu eins zu sein. „Für
mich bist du ein Traum und ein Schmerz gleichzeitig.“ Ich sah sie.
Die Tür vor mir. Konnte ich sie nun endlich erlösen, die zweite
Seele? War mir sie doch noch sehr fremd ...
Das
Gespräch vom Anfang ihrer Neubegegnung:
Unbekannte:
Es ist so traurig. Wie kannst du mich nicht kennen? Sehe ich so
anders aus. Erkenne mich doch wenigstens durch das Innere.
Arata:
Tut mir leid, ich hab wirklich keine Ahn...
Arata
fängt an sich zu erinnern.
Arata:
Bist du … Sorry, der Name fällt mir nicht ein. Kennen wir uns
nicht vom Gottesunterricht?
Arata
machte ein Schritt zurück, um auf normale Distanz zu kommen.
Unbekannte:
Bis jetzt hab ich die Person gemieden die verwirrt war, nicht wusste,
was ich bin, aber es scheint du hast erkannt.
Arata:
Katharina. War das nicht dein Name? Wir haben wohl nicht die gleichen
Gedanken.
Katharina:
Nun, wollen wir ... den Plan beginnen? Spürst du auch die zweite
verlorene Seele? Das Hauptprogramm wird fortgeführt, so wie eine
Spirale, immer und immer wieder.
Ich
hätte mir nie vorstellen können, dass es zu so einem Abend kommen
würde. Als ich gerade in die Zweite Ebene trat, entstand ein Bild
vor meinen „Augen“ … Es war einfach unglaublich, vergleichbar
mit der Schönheit eines Feuerwerkspektakels, der Moment kurz vor dem
Kommen, die Einzigartigkeit einer spannenden neuen Erfahrung. Die
Gefühle in mir überwältigten mich umso mehr, je näher ich der
neuen Tür kam. Es war nicht die Tür einer Person. Es war die Tür
einer Ebene. Es war, als ob man nicht anders konnte, als dass man
beim ersten Eintritt eine Art neue Anordnung des Fühlens in sich
erlebt. Ich wurde davor schon gewarnt. Warum trafen wir uns bloß an
diesem Nachmittag?
Arata:
Du sprichst echt merkwürdig. Was willst du sagen?
Katharina:
Einen Traum sehen. Ich weiß von dir. Du bist der 1000-jährige,
Arata. Beruhige dich.
Arata:
Warum ... woher weißt du ?
Katharina:
Es ist ein Versprechen, welches ich meinem Bruder gab.
Es
fing an zu regnen.
Katharina:
Die Stadt wird verbunden mit dem Himmel.
"Dieses
Mädchen ist unglaublich. Ein Geheimnis wie ein Traum.“
Arata:
Vielleicht könnten wir etwas klarer reden?
Katharina:
Niemand lebt für immer. Es ist so. Mein Bruder ist einer der Seelen,
die du befreien musst. Ich werde dir nicht erklären, woher ich von
den Dingen weiß, die ich dir erzähle. Manche Dinge spielen sich nur
im Kopf ab.
Arata:
Ich glaube dir.
Und
so begann was niemals sein konnte – Dinge unbegreiflich für den
1000-jährigen. Manche Dinge schienen faszinierend, selten
aufzutreten, doch passierten sie. Solche Sachen passierten auch zu
Zeiten außerhalb der Legende. Man hörte von ihnen. Fühlt sie nie.
Doch sind sie da, wie ein unbewusster Herzschlag.
Ein
Feuer hat aufgehört in mir zu brennen. Man fühlte nichts mehr in
der nächsten Ebene. Die dritte Ebene, die göttliche. Langsam
betrachtete ich die neue Umgebung. Materielle Dinge waren nicht mehr
erkennbar, es war, als ob man nun nur die neu sichtbaren der zweiten
Ebene sieht. Irgendwas war aber trotzdem anders. Nicht nur das
Gefühl, sondern auch die „Kräfte“ schienen um einiges stärker
sichtbar. Als ob man sie direkt greifen könnte, so fühlte es sich
an. Dann entdeckte ich etwas ... Man konnte Kräfte innerhalb eines
Menschen sehen. Ich wusste nicht was passieren würde, wenn ich
versuchen würde sie zu manipulieren, also ließ ich es sein. Gerade
als ich mich etwas gewöhnt hatte in der dritten Ebene, wurde ich
auch wieder geweckt. „Beweg dich!“, schrie es mir in das Ohr.
Ganz plötzlich bewegte sich mein Herz wieder, jedenfalls fühlte ich
es. Mir waren zu viele Dinge auf einmal in den Kopf gegangen. Die
Bewegungen lösten sich von meinem Körper, wie ein Automatismus. Wir
rannten. Ich wollte die Dinge erzählen, dadurch loswerden,
verarbeiten. Damals sprachen wir doch von den Dingen, doch sie erlebt
zu haben ...
Arata:
Also, warum stehst du vor meinem Haus? Warum hast du mich aufgesucht?
Katharina:
In meiner Trauer, hat mich die Botin gefunden, ja genau, deine Botin.
Es gibt nur eine. Sie hatte mir ein Gespräch ermöglicht, mit einem
Gott, ich wusste nicht welcher, aber das war auch egal. Voll mit Wut
redete ich mit ihm. Erkannte damals noch nicht viel. Erst nach dem
Gespräch, nachdem ich mich beruhigte, habe ich mir überlegt, wie
ich mich am besten rächen könnte. Du weißt ... oder auch nicht.
Seitdem die Götter immer weniger Opfer erhalten, rauben sie sich
manche einfach so, dies wird ermöglicht durch die Sekten in der
Nähe. Sie halten eine Verbindung.
Arata:
(Kurze Pause.) Der Hausbrand?
Katharina:
Der auch ... Wie gesagt … Mein Bruder … hat es auch ...
getroffen. Es kam nicht einmal in den Nachrichten. Im Internet sind
diese Ereignisse auch nicht verzeichnet. Es ist einfach nicht möglich
solche Dinge im Internet zu finden. Es gibt sehr strenge Filter in
Bezug dessen, vielleicht helfen auch die Götter selbst.
Arata:
Warte mal ... Die Botin hat dir von mir erzählt ?
Katharina:
Hmm, nicht direkt. Ich weiß von der Legende. Das ist ja nichts
neues. Fanden tat ich dich in der Nacht des Feuers. Du hocktest
einige Minuten vor dem Brunnen, eigentlich Glück, dass ich
wahrscheinlich die Einzige war, die dich sah. Andere Leute hätten
dich vielleicht aufgeweckt. Von da an hab ich dich beobachtet.
Arata:
Du hast mich gestalkt?
Katharina:
Mehr oder weniger schon. Ich hab dich auch in dem alten verlassenen
Haus aufgesucht. Da wurde es mir dann bewusst. Selbst ich konnte den
bösen Geist spüren. Eine schreckliche Sache.
Arata:
Hmm, unglaublich. Lena spürbar für andere und du hast dich nicht
Einschüchtern lassen ...
Katharina:
Lena? So hieß der Geist?
Arata:
Schon. Hast du noch etwas gespürt?
Katharina:
Nein ... Sollte ich?
Katharina
geht einen Schritt vor.
Arata:
Egal ... Erzähl weiter.
Arata
geht wieder auf Distanz.
Katharina:
Als mir nun klar wurde, dass nur es sein kannst, musste ich dich
einfach kontaktieren. Du fragst mich besser nicht wie. Ich hab’
meine Geheimnisse, aber kommen wir zum Interessanten für dich.
Arata:
Und das wäre?
Katharina:
Es geht um die monatliche Veranstaltung der Gottesgläubiger in
unserem Bezirk.
Arata:
Monatliche Veranstaltung?
Katharina:
Hast dich wohl nicht, oder nicht genug, mit den Gläubigern befasst.
Ich bin etwas enttäuscht.
Arata:
Ich war heute erst dabei ...
Katharina:
Wie auch immer ...
"Du
kannst dir nicht vorstellen, wie schön, was eine Nostalgie man
fühlte. Als ob man schreien wollte vor Freude.“ Wir kamen zu einem
Halt. Mitten durch mehrere Büsche sind wir gerannt und waren nun in
einem kleinen Wald der am Park lag. „Jetzt ist nicht die Zeit
dafür. Wir müssen nach Hause. Ich muss Dinge mit meinen Leuten
besprechen und du solltest dich ausruhen, siehst vollkommen fertig
aus.“ Ich war auch sehr kaputt zu diesem Zeitpunkt. Zwar hat ich
noch genug Freude für Worte gefunden, aber wusste ich war nah an
meinem Limit, selbst Kopfschmerzen hatte ich, die aber zum größten
Teil übertönt worden sind von meinem Glücklichsein. „Wie konnten
uns einige Verfolgen? Das sollte nicht möglich sein ... Haben sie es
gewusst?“, Katharina sprach immer noch mit sich selbst. „Wohin
müssen wir?“, fragte ich sie. „Da lang.“ Somit zeigte sie im
nächsten Moment in eine Richtung. Wir verließen zusammen den Wald
durch einen anderen Ausgang. Nachdem wir einige Umwege gegangen sind,
ließ sie mich vor meiner Haustür alleine. Kein großer Abschied.
Sie war wohl zu erschöpft, oder sie hielt einfach nichts von mir.
Wie langweilig es doch war. Es war eher eine Sache, die mir Schade
erschien. „Alles ist doch nur ein Problem der Zeit und was man mit
ihr macht“, flüsterte es mir. „Ist es an mir zu Entscheiden, an
was ich denke?“, fragte ich. Es wird wohl nie eine Antwort geben.
Manche Dinge würden sich wohl nie ändern. Ich schwelgte in
Erinnerungen.
Katharina:
Es ist so, dass ich Kontakte aufgenommen habe. Die Polizei versucht
jetzt mithilfe von Polizisten, die teilweise anonym unter den
Gläubigern sind, aber auch teilweise in der Anti-Gemeinschaft selbst
sind, etwas zu unternehmen. Die Anti-Gemeinschaft hat sich aus
ehemaligen Mitgliedern gebildet, die meist durch Furcht gewechselt
sind. Wer diese gegründet hat ist aber nicht bekannt. Auf jeden Fall
ist es so, dass sie heute Abend die monatliche Veranstaltung stürmen.
Aratas
Stirn runzelt sich etwas.
Arata:
Woher weißt du von den Polizisten innerhalb der Anti-Gemeinschaft?
Katharina:
Tja, ist das wichtig für dich ?
Arata:
Etwas ...
Katharina:
Na dann. Viel wichtiger ist, dass wahrscheinlich ein Opfer erbracht
wird bei der Veranstaltung. Die gewonnene Geisterkraft wird gleiten
zum Platz, wo früher die Geister regelmäßig geopfert worden sind.
Arata:
Und wo wäre das?
Arata
wird etwas stutzig.
Katharina:
Im Park nicht weit von der Veranstaltung.
Katharina
gibt Arata ein Blatt Papier.
Arata:
Was soll ich …?
Katharina:
Das ist der Plan, den du befolgen musst. Natürlich, nur wenn du
willst, wenn du nicht willst, vergiss das alles.
Katharina
geht.
Ich
war in meinem Bett. Es war wieder einer dieser ewig scheinenden
Momente, wo ich nur am nachdenken war. Wie einfach ich mich auf sie
einließ, konnte ich auch zu diesem Moment nicht glauben. Sie gab mir
ein Blatt, mit dem Plan. Ich hatte oft drüber nachgedacht, woher sie
so viele Sachen wissen konnte. Nach einiger Zeit des Nachdenkens,
machte ich mich fertig zum Schlafen gehen. Mein Bruder war schon im
Bett, deshalb war ich leise. Auf dem Weg zum Badezimmer fiel mir
etwas Schreckliches ein: „Morgen wird Schule sein.“ Ich stellte
mir also meinen Wecker und kam so schnell wie ich es schaffte in das
Bett. Mit vielen Gedanken ging ich in das Land der Träume.
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